Vor kurzem hat der Börsenverein des deutschen Buchhandels Zahlen präsentiert, die nur die wenigsten überrascht haben, denn die Annahme stand schon länger im Raum: Die Zahl der Buchleser und auch Buchkäufer ist rückläufig – trotz aller Marketinganstrengungen der Verlage.

Dem Buchmarkt gehen die Leser verloren

Mehr als 6 Millionen Leser gingen in den letzten Jahren verloren. Die Käuferreichweite – der Anteil der Bevölkerung, der Bücher kauft – sank von 54,5 Prozent im Jahr 2012 auf 45,6 Prozent im Jahr 2016, also um knapp neun Prozentpunkte. Die Zeit, die dem Lesen eingeräumt wird, wird immer geringer und gerade beim jüngeren Publikum findet das Buch immer weniger zu seinen Lesern und teilweise gar nicht mehr statt. Ohne Zweifel eine Entwicklung die nachdenklich stimmt. Das Medium Buch steht in einer noch nie dagewesenen Konkurrenz mit anderen Medien und kämpft um die Aufmerksamkeit der Menschen. Wird sich dies in naher Zukunft ändern? Wohl kaum. Und auch der Buchhandel steht in einer Konkurrenz mit anderen Händlern, wie noch nie zuvor. Auch das wird sich kaum ändern. Aber das ist Wettbewerb. Nichts Anderes. Und wenn dass das Buch und der Buchhandel nicht aushalten und es nicht schaffen, die Menschen zu begeistern, dann ist ihr Schicksal besiegelt. Egal wie man das jetzt finden mag. Über die Ursachen dieser Entwicklung lässt sich episch diskutieren und klagen, aber das ist hier nicht der Punkt.

Buchmarketing muss neu gedacht werden

Denn dies soll keiner dieser kulturpessimistischen Artikel werden, die den Untergang des Abendlandes oder das Aussterben des Buchhandels oder der Verlagslandschaft beklagen. Im Gegenteil! Es ist ein Plädoyer, noch näher an den Leser heranzurücken und ihn mit Geschichten, Gedanken und generell mit Inhalten zu bewegen, zu begeistern, zu inspirieren und mit ihm zu diskutieren. In Zeiten der Digitalisierung ist dies mehr denn je möglich – Kommunikationskanäle gibt es schließlich genügend – , aber für tradierte Unternehmen wie Verlage, umso mehr eine Herausforderung. Denn die Zahlen, die der Börsenverein präsentierte, bilden eins nicht ab: Das Verlagsmarketing erfordert heutzutage eine ganz andere und viel komplexere Herangehensweise.

Herausforderung für Verlage

Verlagsmarketing bedeutet nicht eine Anzeige im Feuilleton der FAZ oder Süddeutschen zu schalten. Denn weder interessiert die Leser der YouTube Kanal eines Verlages, noch lesen – insbesondere jüngere Leser – das Feuilleton der Zeitungen. Ein Blick in die Mediadaten und IVW Zahlen sollte hier jedem Marketingverantwortlichen klar machen, wohin die Reise bei Zeitung- und Magazinauflagen geht: Nach unten. Aus gutem Grund verlagern sich die Werbebudgets zum Mobile Marketing. Denn dort sind die Käufer und Leser. Nur ist es aufwendig und komplex sie dort zu erreichen. Und doch birgt es Chancen, denn verlagsseitig lässt sich teilweise mit weniger Budget ein zielgerichteteres und effektiveres Marketing betreiben. Dabei heißt eine Mobile-Marketing-Strategie aber nicht, dass man eine Homestory über den Autor eines Buches auf dem verlagseigenen YouTube Kanal abspielt (der selten mehr als 1.000 Abonnenten hat). Oder einen verlagseigenen Blog auf die Beine stellt, der dann auch noch von den Autoren gefüllt werden soll. Wer diesen Gedanken verfällt, dem ist schon fast nicht mehr zu helfen. Marketing wird immer mehr zum Dialog, es wird immer komplexer und individueller. Nicht umsonst ist individualisiertes Marketing einer der Megatrends in allen Produktbereichen – Bücher eingeschlossen.

Erfolgreich den Leser ansprechen

Ein Weg ist es, neue Formate zu testen und direkt in den Dialog mit den Lesern zu treten. Wir haben im letzten Jahr erstmalig Online-Lesungen durchgeführt und dieses Format mit Autoren aus unterschiedlichen Verlagen getestet. Mit Erfolg. Im Februar 2018 sind wir nun mit unserem Kooperationspartner dp Digital Publishers einen Schritt weiter gegangen und haben das Format ausgebaut. Das Ziel war es, den Autoren des Verlages die Möglichkeit zu bieten, direkt mit ihren Lesern Online in den Dialog einzutreten und darüber hinaus, neue potenzielle Leser für ihre Bücher zu begeistern. Flankiert wurde das von einer Kampagne auf Facebook, Twitter und diversen Blogs. Die Themen der Lesungen reichten dabei von Krimi bis zu Humor und boten gute Unterhaltung, die für die Zuschauer kostenlos war. Selbstverständlich konnten die Zuschauer den Autor/innen auch Fragen zu den Büchern stellen und es entstand fast immer ein interessanter Dialog.

Die Technik im Griff haben

Eine Herausforderung sind immer wieder die individuellen Konfigurationen (PC oder Mac, Desktop oder mobil, Browser, stabile Internetverbindung, etc.) die den einen oder andere Kompromiss erfordern. Und doch gab es nur einen Fall, wo der Technikcheck mit der Autorin zwar problemlos lief, aber zu Beginn der Lesung dann der Ton bei ihr nicht mehr vorhanden war. Der Grund war schnell gefunden: Ein Systemupdate von Windows hatte auf ihrem Rechner das Mikrofon deaktiviert, ohne dies jedoch anzuzeigen. Mehr Probleme gab es nicht und alle Systeme liefen stabil. Selbst mobile waren die Lesungen problemlos zu verfolgen und es konnten Fragen gestellt werden.

Reichweite durch Lesungen und Online-Marketing generieren

Unsere Erwartungen sind auch bei dieser zweiten Lesereihe wieder übertroffen worden und auch den Autoren hat es nicht nur Spaß gemacht, sondern auch einen Dialog mit ihren Leserinnen und Lesern gebracht. Reichweiten von über 2.500 Views auf Facebook und viele Anmeldungen direkt im Chatserver waren ein zusätzliches Highlight. Dabei ist die Auswertung der produzierten und geteilten Videos hierbei noch nicht berücksichtigt.

Besonders spannend war zu sehen, wo sich die unterschiedlichen Zielgruppen der einzelnen Autoren/innen bewegten. Während bei der einen eher Facebook im Vordergrund stand, war es bei einer anderen Twitter. Dies individuell zu berücksichtigen war sicherlich eine Herausforderung, aber zeigt auch, dass Buch- und Autorenmarketing in der heutigen Zeit eben nicht mehr mit der Gießkanne funktioniert, sondern auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten werden muss, um erfolgreich zu sein.  Und es zeigt auch, dass die Begeisterung für Bücher, Geschichten und Autoren/innen nach wie vor geweckt werden kann, wenn das Format und die Ansprache stimmen. Dann sind die Leser auch gerne bereit, die Zeit dafür aufzuwenden und sich mit Büchern auseinander zu setzen.

Und für diejenige, die sich fragen, wie das nun alles eigentlich aussah, hier die Links zu einigen der durchgeführten Lesungen (einfach auf das jeweilige Bild klicken):

 

Laura Albers
Saskia Louis
Thomas Kowa
Anna J. Greenville
Bettina Kiraly

 

 

 

 

 

Neue Formate für das Autorenmarketing

Wer gerne selbst einmal mit uns neue Formate ausprobieren möchte, ist herzlich eingeladen: Ob konkret für ein einzelnes Buch, den Aufbau der eigenen Autorenmarke, oder aber in Kooperation mit einem Verlag, wir beraten gerne und entwickeln individuellen Konzepte für das Marketing. Eine Mail an uns genügt: Einfach HIER klicken! Wer es aber nicht abwarten kann, und auch einmal live dabei sein möchte, dem empfehlen wir unseren Photo Talk in Kooperation mit der Plattform myphotocamp.com und ihrem Gründer Markus Brügge. Hier kommen erstmalig renommierte Fotografen und Blogger zu Wort, um ihre Projekte, Bücher und Bilder vorzustellen. Termine hierfür und alle Lesungen findet ihr immer auf Facebook oder in unserem Newsletter.

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