„Der Künstler ist nichts ohne die Begabung, aber die Begabung ist nichts ohne Arbeit.“

Émile Zola (1840 – 1902), französischer Schriftsteller des Naturalismus

So viele Menschen schreiben.

Es gibt viele Autoren, die eines oder mehrere Bücher veröffentlicht haben. Es gibt aber auch einige, die noch nie etwas veröffentlicht haben. Und es gibt wiederum welche, die niemals etwas veröffentlichen werden. Ich kann mich an ein Gespräch mit meinem Arbeitskollegen erinnern. Er sagte zu mir: „Das wäre cool: Mal eben ein Buch schreiben, einen Bestseller landen und dann nicht mehr arbeiten müssen.“

Nach diesem Satz musste ich herzhaft lachen. „Mal eben einen Bestseller schreiben. – Nicht mehr arbeiten müssen.“

5 Eigenschaften Autorinnen Bestseller ScheibenWenn ein Buch geschrieben wird, dann nicht „mal eben“ und wenn ein Buch eines ist – dann ist es Arbeit! Ein Buch zu schreiben erfordert vieles. Unter anderem auch Schweiß, Blut und Tränen. Schweiß vielleicht nicht so, außer man gerät schon beim Tippen ins Schwitzen. Blut … vielleicht, wenn man sich am Papier schneidet. Tränen? Literweise!

Oft hat man dieses Bild im Kopf: Autoren, die fröhlich lächelnd an ihrem Laptop sitzen, während sie unermüdlich auf die Tastatur einhacken und die Worte nur so aus ihnen herausfließen. Wenige Monate später halten sie das Buch in ihren Händen, ganz so, als wäre es Magie. Das Problem ist, dass viele nicht die hingebungsvolle und harte Arbeit sehen, die zwischen diesen Seiten steckt. Es ist die berühmte Spitze des Eisbergs. Ja, Schreiben macht Spaß, aber es ist auch ein harter Job, der dem Autor / der Autorin viel abverlangt.

Ich kann mich nur zu gut an viele Nächte erinnern, in denen ich auf meinen Bildschirm gestarrt habe, ohne auch nur eine Taste zu berühren. Haare raufend und fluchend habe ich manche Nacht durchgearbeitet, nur um die mühselig herausgequälten Wörter am nächsten Tag wieder zu löschen, weil es doch nicht gepasst hat. Schreiben ist so, als würdest du über glühende Kohlen laufen und am Ende hat es doch Spaß gemacht.

Ich bin überzeugt, dass es im Wesentlichen 5 Eigenschaften gibt, die ein Autor mitbringen sollte. Nennen wir sie die fünf heiligen Säulen des Autorendaseins.

Leidenschaft

„Ohne Emotionen kann man Dunkelheit nicht in Licht und Apathie nicht in Bewegung verwandeln.“

Carl Gustav Jung (1875 – 1961), Schweizer Psychiater, Begründer der analytischen Psychologie

Die Leidenschaft ist das Feuer.

Es prasselt in deinem Herzen, kitzelt dich. Wir Autoren brauchen die Leidenschaft für das Schreiben und unsere Ideen. Sie ist der Antrieb, die Motivation, die uns förmlich an den Laptop zerrt, die uns nachts nicht schlafen lässt, weil wirunbedingtdiese eine Idee umsetzen müssen. Die Leidenschaft ist das, was dich nach Jahren wieder zurück zum Schreiben bringt.

Ehrgeiz

„Das Beste findet sich dort, wo sich Fleiß mit Begabung verbindet.“  Johannes Kepler (1571 – 1630), deutscher Astronom

Talent ist gut. Ehrgeiz ist besser.

Was bringt dir all dein Talent, wenn du nicht den Ehrgeiz entwickelst es zu verbessern, daran zu feilen, nachts, wenn es sein muss? Viele sagen, dass Schreiben ein Handwerk sei. Über diesen Satz habe ich früher die Nase gerümpft, ich wollte nichts davon wissen. Aber heute bin ich davon überzeugt, dass es stimmt.

Du kannst noch so talentiert sein: Dennoch musst du an dir und deinen Texten arbeiten. Der erste Entwurf ist nicht perfekt. Ganz im Gegenteil. Er ist schrecklich. Fehler, verschachtelte Sätze und dann wandert dein Protagonist plötzlich pfeifend durch den Wald, obwohl er vor ein paar Sätzen doch noch in seiner Wohnung gesessen und mit seiner Frau gestritten hatte. Es gibt immer etwas, das du verbessern kannst.

Durchhaltevermögen

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es noch einmal zu versuchen.“ Thomas Alva Edison (1847 – 1931), amerikanischer Erfinder und Geschäftsmann

Durchhaltevermögen stellt, wie ich finde, die wichtigste Säule dar.

Du brauchst es nicht nur beim Schreiben deiner Rohfassung, denn die allein verlangt bereits eine Menge Durchhaltevermögen. Aber danach wird es nicht leichter. Der Weg zum fertigen Buch ist steinig. Während der Überarbeitung stolperst du über Handlungsfehler, flache Charaktere und überflüssige Szenen. Die Überarbeitung meines Buches hat mich viel Kraft gekostet, dass ich so manches Mal überlegt habe hinzuschmeißen. Ohne Durchhaltevermögen würdest du wahrscheinlich aufgeben. Aber du solltest dich durchbeißen. Harte Arbeit zahlt sich aus.

Doch nicht nur bei der Arbeit an deinem Manuskript brauchst du Durchhaltevermögen. Dein Manuskript bei einem Verlag oder einer Agentur unterzubringen ist mühsamer Weg. Jeder Autor kennt es: Nach Wochen des Wartens flattert die Absage ins Postfach. Das macht jeder durch. Und auch das verlangt hier eines: Durchhalten! Nicht entmutigen lassen, weinen, die ganze Tafel Schokolade verschlingen. Weitermachen!

Geduld

„Siehe eine Sanduhr: Da lässt sich nichts durch Rütteln und Schütteln erreichen. Du musst geduldig warten, Körnlein um Körnlein.“Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Autoren Eigenschaften Durchhalten MotivationWie lange dauert es ein Buch zu schreiben?

Wochen, Monate? Jahre? Je nach Umfang kann es einige Zeit dauern. Dabei willst du es doch ENDLICH an die Verlage schicken oder veröffentlichen. Nicht umsonst sagt man: Gut Ding will Weile haben. Also nimm dir die Zeit, das Beste aus deinem Buch herauszuholen. Es ist wichtig, dass du zufrieden bist.

Aber noch eine weitere Sache erfordert Geduld: Manchmal dauert es sechs, acht oder zehn Wochen bis du eine Rückmeldung von einer Agentur oder einem Verlag bekommst, wenn überhaupt eine kommt. Das ist vollkommen normal. Verlage, sowie auch Agenturen werden mit Manuskripten nur so überschwemmt, da kann es lange dauern, bis du das heißersehnte Feedback erhältst. Also: Abwarten und Tee trinken.

Kritikfähigkeit

„Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen.“Victor Hugo (1802 – 1885), französischer Schriftsteller

Kritik anzunehmen und entsprechend umzusetzen will gelernt sein. Und ob es nun vom Testleser oder von den Lesern in den Rezensionen kommt: Kritik wird es immer geben! Aber wie damit umgehen? Beleidigt, wie ein trotziges Kind auf den Boden stampfen, weil du das doof findest? Kritik tut unheimlich weh. Dein Buch ist schließlich dein Baby, du hast Monate investiert, dein Herz in diesen Zeilen ausgeschüttet und dann kommt jemand daher und meckert daran herum.

Aber Kritik kann ebenso ein Segen sein, eine Chance dich und dein Schreiben zu verbessern. Jede Form von konstruktiver Kritik solltest du annehmen … nach der Frust-Pizza natürlich.

„You fail only, if you stop writing.“ Ray Bradbury (1920 – 2012)

Wie du sehen kannst, bringt das Schreiben vielerlei Freuden, aber auch Bürden mit sich. Schön ist, dass du nicht allein bist. Es gibt so viele Autoren, die tagtäglich dasselbe durchmachen: Schreibblockaden, Frust, Verzweiflung, Selbstzweifel. Tausch dich mit anderen aus, unterstützt euch gegenseitig. Das macht den Schmerz, den diese Reise „Buch“ mit sich bringt, erträglicher.

Falls du jetzt Panik bekommst, weil dir die ein oder andere Eigenschaft fehlt, dann kann ich dich beruhigen. Die hatte niemand zu Anfang. Ein Buch zu schreiben ist eine Reise, die nicht nur die eigene Geschichte formt, sondern auch die Persönlichkeit selbst. Wachse mit deinem Buch über dich hinaus. Du kannst es, wenn du es willst.

Und das Wichtigste: Niemals aufgeben!


Laura Nieland, 1992 geboren, schreibt seit jungen Jahren leidenschaftlich gern Geschichten. Momentan arbeitet sie an ihrem Debütroman. Sie durfte bereits einige Kurzgeschichten und Blogartikel veröffentlichen. Auf Instagram ist sie unter laura_schreibt zu finden.


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