Zugegeben, das ist ein heikles Thema. Aber jeder, der Bücher liebt und nicht über mehrere Wohnungen verfügt (wie z.B. Karl Lagerfeld, der ca. 300.000 Bücher verteilt auf 7 Wohnungen besitzt), kennt das Problem: Wohin nur mit der ganzen Literatur, die sich im Laufe der Zeit anhäuft? Was soll man als Buchliebhaber in so einem Fall tun?

Da sind die Bücher, die man gerade gekauft hat und demnächst lesen will („Super Rezension gelesen, alle reden darüber. Das muss ich haben!“). Dann sind da die Bücher, die man als Mängelexemplar günstig erworben hat („Was? Nur ein Euro? Für diesen Bestseller? Den muss ich kaufen!“). Und schließlich gibt es auch noch Bücher, die einfach nur gut aussehen und einfach ein Cover zum Niederknien haben („Hammercover! Mega! Muss in mein Regal!“).

Aber irgendwann ist der Platz erschöpft und spätestens wenn die ersten Verwandten besorgt fragen, wie man zwischen all den Büchern überhaupt noch leben kann oder warum sich schon Bücher im Bad stapeln („Die will ich noch lesen!“), wird es kritisch. Was also tun? Garagen anmieten? Freunde bitten, Büchern übergangsweise ein Zuhause zu geben? Nein! Die Antwort ist so hart, wie befreiend: Wegschmeissen! Einfach weg damit! Es ist nicht nur befriedigend, sondern es ist auch gut für die Autoren! Daher hier drei Gründe, warum es gut ist, Bücher ins Altpapier zu schmeissen:

1. Bücherschränke bringen dem Autor nichts

Natürlich muss man nicht jedes Buch gleich direkt in den Müll schmeissen. Es gibt auch Umwege, über die man es versuchen kann: Bücherschränke! Sie sind (meistens) hübsch und sind auch noch mit einem sozialromantischen Nebel versehen. Schließlich können sich all diejenigen, die sich keine Bücher leisten können oder aber nur Bücher tauschen wollen, hier bedienen. Hier können sie also abgeladen werden: Die Bücher, die man aussortiert hat, nicht mehr lesen will, noch nie gelesen hat (und sie auch nie lesen wird). Aber für die Autoren ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert: Für verschenkte Bücher bekommt der Autor kein Honorar. Im besten Fall vielleicht eine Empfehlung oder eine Rezension. Meistens aber eher gar nichts. Dennoch, wer sich dem Wegschmeissen annähern möchte, kann es auf diesem Weg erst einmal versuchen (weitere Ideen, wie es auch geht HIER)

2. Verlage publizieren ohnehin im Überfluss

Allein in Deutschland werden jedes Jahr 73.000 Novitäten publiziert (und das sind nur die physisch gedruckten Bücher, von Ebooks wollen wir gar nicht erst reden). Der Publikationswahn der Verlage nimmt nicht wirklich ab, denn immer neue Imprints und Verwertungsformen kommen noch hinzu. Getrieben von ökonomischen Zwängen bleibt ihnen häufig gar keine andere Wahl als durch immer mehr Novitäten und Ausgaben zu versuchen, den einen oder anderen Bestseller auf die Listen zu heben (oder die Backlist am Leben zu erhalten), um Umsatz und Ergebnis halbwegs zu erreichen und über die Runden zu kommen. Nur dadurch rechnet sich der gesamte Kreislauf.

3. Nicht jedes Buch ist ein gutes Buch

Ja, das ist subjektiv, sehr subjektiv. Aber wer kennt nicht den Freund oder die Bekannte, die das Buch, das man selber in einem Zug verschlungen hat, noch nicht einmal angelesen, sondern generell ablehnt haben? Es soll ja sogar Menschen geben, die Harry Potter nicht gelesen haben, geschweige denn 50 Shades of Grey. Muss man ja auch nicht! Weder das eine, noch das andere. Lesevergnügen ist sehr individuell und nicht jedes Buch jedermanns „Cup of Tea“! Und das ist gut so, denn das lässt Raum für viele Bücher, viele Autoren und sehr viele unterschiedliche Verlagsprogramme.

Kurzum: Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher

Wer einmal ein Buch angefangen hat und auf der 3. Seite schon eingeschlafen ist, weiß, was ich meine: Manche Bücher sehen einfach nur gut aus, haben einen schön geschriebenen Klappentext oder eine gute erste Zeile und das war es dann aber auch. Sie halten weder das, was sie versprechen, noch kommen sie an das heran, was der Leser sich erhofft. Man merkt es nur zu spät. Was also tun? Lesen, weil man es ja schon gekauft und angefangen hat? Für später aufbewahren? An die Wand nageln? Nein! Bloß nicht! Rainer Schmitz, Autor von „Was geschah mit Schillers Schädel? Alles, was Sie über Literatur nicht wissen“ hat errechnet, dass selbst ein Vielleser auf maximal 5.000 gelesen Bücher in seiner Lebenszeit kommen kann (vorausgesetzt man wird wirklich 90 Jahre alt und schafft im Durchschnitt 300 Seiten pro Tag). Die kostbare Lese-Lebenszeit will also sinnvoll genutzt werden. Mit subjektiv schlechten Büchern sollte man es daher halten wie mit schlechtem Essen:

Wegschmeissen!

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken